Der Konflikt

Der Konflikt an sich ist – wie die Weltpolitik ebenso deutlich macht wie die Regionalpolitik – etwas Wunderbares und Beliebtes, denn man ist bei einem Konflikt immer auf der richtigen Seite. Es benötigt für einen Konflikt immer mindestens zwei Parteien, ist man auf der einen Seite ist man im Recht, ist man auf der anderen Seite, ebenso. Im großartigen und sehr zu empfehlenden Buch „Africa“ von Richard Dowden kann man im Kapitel über Somalia gut nachlesen, dass der Konflikt als Grundhaltung bis zur totalen Selbstvernichtung führen kann. Aber selbst in einem nicht mehr funktionierenden Staat mit zertrümmerter Hauptstadt ist man noch immer auf der richtigen Seite, vielleicht ohne Bein und ohne Familie, aber der andere Clan, der andere Somalier ist auf der falschen Seite und daher ist man auf der richtigen und das befriedigt offenbar so, dass man nicht aufhört, alles kurz und klein zu schlagen, notfalls auch sich selbst. Diese Struktur kann man sich als begabter Machtmensch natürlich wunderbar zu Nutze machen, indem man Konflikt schürt, um vom eigenen Versagen abzulenken, oder um in die eigene Tasche zu arbeiten, und die eigene Tasche ist im Machtbereich wie man weiß, grenzenlos groß. Sehr gut kann das wieder einmal beim Fußball studiert werden. Fußball ist ja für viele Menschen, auch im Bereich der Bildung und der Entwicklungszusammenarbeit, ein beliebtes Allheilmittel. Jeder versteht grundsätzlich worum es geht, die Regeln sind nur im Detail kompliziert, im Großen und Ganzen geht es darum, durch Geschicklichkeit, Schnelligkeit oder Glück den Ball in das Tor des Gegners zu befördern und aus dem eigenen herauszuhalten. Man hat zwei gegen einander antretende Gruppen, also einen Konflikt. Man hat kein besonderes Thema, außer dass die andere Gruppe verlieren soll und ist damit bereits durch das Tragen des entsprechenden Schals auf der richtigen Seite. Und es gibt eine kleine Personengruppe, die unverhältnismäßig reich wird, vor allem dadurch, dass die überwiegende Mehrheit Geld bezahlt. Das scheint dem Menschen als Grundhaltung gegeben zu sein: für einen Konflikt, bei dem ich auf der richtigen Seite bin, bezahle ich gerne. Im Fußball für Eintrittskarten, Fanartikel, Bahntickets etc. In anderen Bereichen, wie etwa dem gesellschaftlichen Leben, mit der Gesundheit, dem Einkommen oder dem Genuss.

Es ist ja sehr interessant zu beobachten, dass Menschen lieber einen Feind haben als ein angenehmes Leben. Kaum gibt es einen Führer, der laut und deutlich davon spricht, dass man auf der richtigen Seite ist, weil die anderen auf der falschen Seite sind, hat man kein Problem damit, weniger Geld für sich zu haben und mehr Geld für die Führer bereitzustellen. Niemand würde einfach so, aus Nächstenliebe, Geld auf ein Konto einzahlen auf dem als Verwendungszweck steht: „Palast für Erdogan“ oder „höhere Diäten für die Deutschen Abgeordneten“ oder „Privatkonto für kenianischen Gesundheitsminister“ oder „Goldenes Steak für Fußballer“ etc. Aber man akzeptiert das alles weil man ja von diesen Menschen auf die richtige Seite geführt wird und weil man dadurch auf der richtigen Seite ist. Wenn ein Fußballer 1.200,- für ein Steak bezahlt und ein Gesundheitsminister erklärt, dass man mit Hartz IV gut leben kann dann ist das eigentlich ein Skandal. Aber da der Fußballer unsere Herzen erobert hat weil er viele Tore für uns geschossen hat und dadurch auch dazu beigetragen hat, dass ein paar Manager so viel Geld verdienen, dass ein ganzes Dorf davon mindestens eine Generation hervorragend leben könnte, und auch diese Manager unsere Herzen erobert haben, weil wir auf ihrer Seite sein dürfen, weil sie den Fußball für uns alle so wunderbar ermöglichen, deswegen finden wir das in Ordnung. Und deshalb freuen wir uns auch über die deutsche Politik. Weil sie spaltet. Und wir damit auf der richtigen Seite sind, egal auf welcher. Weil die Minister und die Parlamentarier und die Bürgermeister immer dann sprechen, dass es anders wäre wenn nicht sie sondern die anderen an der Macht wären und dass es natürlich schlechter wäre mit den anderen, zahlen wir gerne mehr Steuern und kommen regelmäßig zu höheren Preisen mit der Bahn zu spät oder stehen mit dem Auto im Baustellenstau. Die anderen erklären uns, dass es natürlich anders wäre wenn sie an der Macht wären und nicht die anderen, und dass es natürlich besser wäre durch sie. Und so sind wir auf der richtigen Seite, entweder mit den einen oder mit den anderen. Für die Fans zum Beispiel der Grünen ist es richtig, den Wald nicht abzuholzen und für die Fans zum Beispiel der AfD ist es richtig, den Wald abzuholzen. Die einen wollen mehr saubere Luft und die anderen eine Schnellstraße. So einfach ist das. In Deutschland sind alle, die man nicht mag, Linke. In der Türkei sind alle, die man nicht mag, Terroristen. In Amerika sind alle, die man nicht mag, Kommunisten. Oder Mexikaner. In Brasilien sind alle, die man nicht mag, Indigene oder Umweltschützer oder ebenfalls Kommunisten, manchmal alles zusammen. Und umgekehrt sind diese Staatsfeinde, also die Gegner der Macht (oder sagen wir besser, die temporären Gegner der Macht) natürlich auch auf der richtigen Seite, weil sie gegen die Dreistigkeit der einen antreten. Manchmal werden die Gegner der Dreistigkeit plötzlich auch Machthaber und dann sind die ehemaligen Machthaber gegen die Dreistigkeit der neuen Machthaber, denn seltsamerweise verändert sich das Verhalten immer sehr schnell, je nachdem ob man Gegner der Macht oder Inhaber der Macht ist und das macht die ganze Sache so angenehm austauschbar. Man kann sich daher ganz einfach entscheiden, auf welcher Seite man stehen will. Es ist ein gutes Gefühl auf der richtigen Seite zu sein, auch wenn einem weder die eine noch die andere Seite viel bringt. Denn profitieren werden immer nur ein paar wenige, die ganz oben nämlich, die goldenes-Steak-Esser. Und der Rest schaut zu. Auf der richtigen Seite.

In Brasilien wird es bald egal sein, ob man Indogener ist und sein Lebensumfeld verliert, oder Umweltschützer und eingesperrt wird, oder Bauer und den Regenwald vernichten muss (oder will), oder Arbeiter in der chemischen Fabrik und das Gift herstellt oder Polizist und die Drogenleute erschießt, oder Drogendealer und die Kinder süchtig macht (oder die Gefangenen beliefert) und so weiter. Sie alle werden, egal ob auf oder gegen Regierungsseite, nicht von der radikalen Politik profitieren. Aber sie werden, je nachdem, auf der richtigen Seite sein. Auch in der Türkei geht es weder den Kurden noch den Türken durch Erdogan besser. Weder seine Anhänger, noch seine Gegner profitieren von ihm. Oder von ihrem Fan-Sein. Die Preise für Lebensmittel steigen ebenso wie die Preise für Wohnungen, die Einkommen sinken ebenso wie der Frieden, und zwar für alle, aber das macht nichts, denn man ist auf der richtigen Seite und die anderen auf der falschen Seite und damit ist die Sache dann auch in Ordnung. China hat das sehr lange und sehr konsequent praktiziert. So lange, bis es praktisch keine andere Seite mehr gibt (außer im Fußball) und dadurch hat China jetzt eine ganz große Gemeinschaft und die andere Seite ist sozusagen das Nicht-China. Die Chinesischen Strategen haben so lange das anders sein in China bekämpft, bis sie den Konflikt aus dem Land draußen hatten und zu einer überdimensionalen Fußballmannschaft im Weltwirtschaftsfußball wurden und jetzt gegen alle anderen spielen, als Wirtschaftsgroßmacht. Und da haben die anderen Vereine jetzt ganz schön viel zu tun, denn sie haben noch immer viel zu viel Konflikt im eigenen Land um wirklich gegen China antreten zu können. In den USA hat man die Republikaner und Demokraten, in Europa hat man so viele verschiedene nicht zu vereinbarende Interessen, dass man praktisch mit 11 verschiedenen gegeneinander spielende Einzelvereinsspielen antritt, man kann sich vorstellen, wie lustig das aussieht. China spielt als eine geschlossene Mannschaft und die gegnerische Mannschaft spielt vor allem gegen sich selbst. China kann ganz ruhig zuschauen, wie sich die Spieler der anderen Mannschaft gegenseitig das Bein stellen oder ins Aug fassen und sich dbei behindern, ein Tor zu schießen. China kann gemütlich gelegentlich ein Torschießen und ansonsten abwarten. Fertig. Die afrikanischen Staaten haben die Tribes und die persönlichen Bankkonten. Das führt auch nicht gerade zu einer verlässlichen Mannschaftsstrategie. Man stelle sich vor, Hoeneß wäre der Präsident von Bayern München und Borussia Dortmund gemeinsam und würde vor allem in seinem Sinne handeln. Dann würde er zwar selber weiterhin profitieren, aber die beiden Mannschaften hätten im internationalen Vergleich durch ständige Selbstzerstörung keine Chance. Denn Hoeneß wür4de nicht mehr nur die wichtigsten Spieler aus dem BVB heraus kaufen, sondern auch aus Bayern und damit beide Mannschaften ständig in ihrer Vorbereitung und in ihrem Spielaufbau irritieren. Aber mit den Prozenten für seinen Verkauf würde er für sich natürlich ganz schön was rausholen und mit den vielen Dienstreisen auch ganz schön fesch leben. Mit dem Bedürfnis, eine eigene Liga zu schaffen, wo nur mehr die mitspielen, die Herrn Hoeneß auf gute Hotels bezahlen, hat er schon ganz gut vorgedacht, was Österreich als EU-Vorsitzender gemacht hat. Hoeneß wollte die Bundesliga spalten und Österreich hat die EU gespalten. Und schon haben wir wieder einen brauchbaren Konflikt.

Österreich hat alle anstehenden Themen eigentlich nicht bewältigt, aber es hat für sich und seine Tasche hervorragend gearbeitet. Die Bunderegierung hat den Vorsitz einfach nur für sein Standing als Bunderegierung verwendet. Sonst für nichts. Aber das reicht einem kleinen pensionierten Wiener Ehepaar mit heimlichen ausländischen Wurzeln und Mindestrente für ihr Wohlbefinden, weil mehr als dass die Bunderegierung für sie da ist bekommen sie von der Politik nicht mit. Und an der Rentenkürzung sind die Islamisten schuld. Dieses Modell hat Uli Hoeneß übrigens sehr vorbildlich praktiziert: er hat alle anderen deutschen Vereine immer wieder zerstört, teilweise sehr subtil, teilweise sehr grob und hat damit erreicht, dass Bayern finanziell immer überlegener wurde und damit in der Bundesliga immer weiter vorankam und immer noch mehr Geld verdiente und irgendwann nicht mehr einzuholen war, außer durch Blödheit. Aber damit haben sie in der Bundesliga natürlich auch keine wirklichen Partner mehr gehabt und sind dadurch international abgerutscht. Und kaum haben sie nicht mehr nur eingekauft sondern nachgedacht waren sie schon nicht mehr an erster Stelle. Und so geht es vielen afrikanischen und europäischen Ländern. Sie waren so sehr mit ihrer eigenen korrupten Selbstbereicherung beschäftigt auf Kosten ihres Vereins, dass ihnen jetzt die Chinesen alles wegnehmen. Österreich hat sich in den letzten sechs Monaten sehr intensiv mit den europäischen Partnern verbündet, die alle in großer finanzieller Not sind. Das ist nicht grundsätzlich klug und beweist auch keine große Weitsicht, aber es erhöht kurzfristig die Machtchancen, weil es eine Zweckgemeinschaft der Polterer ist. Die EU der Österreichfreunde ist eine EU der zurückweichenden Demokratie und der reduzierten Pressefreiheit und der sinkenden Beobachter und Visionäre. Das ist langfristig schwierig aber kurzfristig großartig. Und erhöht das Angriffspotential der anderen, der demokratiefördernden Länder und somit haben wir wieder einen brauchbaren Konflikt. Haider hatte zu Lebzeiten ein ebenso einfaches wie wirkungsvolles Modell und war somit in gewissem Sinne ein Vordenker der Österreichischen Politik: Er hat nichts für den Fortschritt des Bundeslandes Kärnten getan, aber er allen Kärntnerinnen und Kärntnern immer gesagt, wie toll sie sind und dass ihnen Wien, also die Bunderegierung, immer Prügel zwischen die Beine werfen würde. Böse Großstadt gegen liebes Alpenland. Das hat genügt, dass er noch immer verehrt wird.

Ein anderes Modell praktiziert Deutschland. Die Bundesregierung hat ihrem Land so eine Art Beruhigungstee verabreicht und völlig aufs Fußballspielen verzichtet. Die Bundesregierung hat schöne Sätze verteilt, die Menschen waren grundsätzlich zufrieden ohne zu wissen womit und haben sich am Deutschland Sein gefreut. Man war sozusagen immer in der Spielpause, hat über die erste Halbzeit geredet oder über die kommenden Spiele, aber man wusste alles aus dem Fernsehen, gar nicht mehr vom Platz und hat gar nicht mehr wirklich gespielt. Man hat die anderen spielen und sich Prämien ausbezahlen lassen. Man war so entwöhnt vom Spielen, dass man gar nicht wusste, was man jetzt mit einem Herrn Seehofer machen soll. Die große Koalition war zufrieden, die anderen waren nicht groß und nicht stark genug, taktisch war man erfahren und so konnte man das Land wie ein Computerspiel gemütlich aus dem Sofa heraus verwalten. Seehofer war ein Problem. Seehofer wollte Fußball spielen, im Alleingang, gegen alle. Normalerweise hätte man so einen Nudisten abgeführt und irgendwo bei großartiger Bezahlung entsorgt, aber man konnte schon gar nicht mehr laufen. Man hat verzweifelt auf die Fernbedienung gedrückt und viel zu spät gemerkt, dass der echt ist. Und dann war es schon zu spät. Und dabei war alles so wunderbar. Man war gegen die Atomkraft (rot-grün), dann war man für die Atomkraft (schwarz-gelb), dann kam Fukushima, dann war man wieder dagegen und bis heute laufen Atomkraftwerke (schwarz-rot). Man war international extrem für den Klimaschutz und ließ national die Autoindustrie machen was sie wollte. Man war und man ist für die Menschenrechte und hat fröhlich Waffen geliefert an Kriegsparteien. Man war gegen Diskriminierung und hat bis heute eine Frauenquote im Parlament erfolgreich verhindert. Man war für Flüchtlinge und hat einen schmutzigen Deal erwirkt um sie möglichst weit weg zu halten. Man ist für Gerechtigkeit und will Marokko (das die Westsahara besetzt hält) und Afghanistan (das 2018 in etwa so viele Kriegstote wie in Syrien und Jemen zusammen registriert hat) zu sicheren Herkunftsländern machen. Man ist für Völkerrecht und lässt Erdogan in Syrien agieren. Man will in Afrika investieren und keine deutsche Firma macht mit. Aber diese Doppelmoral wird möglichst unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt, man muss viel lesen und gut recherchieren, um sich ein halbwegs realistisches Bild der politischen Wirklichkeit machen zu können. Das Regierungsziel ist offensichtlich, abzulenken von der Härte des Weltgeschäfts, alles ist schön ruhig und beschaulich und böse sind – ununterbrochen – die anderen. Ganz besonders geschickt war es, auch gleich noch die CDU zu spalten (Konflikt hilft, haben wir gelernt) und sich die Prozedere vom Sofa aus anzuschauen. Mit Schlaf- und Nerventee und (wichtig!) gemeinsam mit dem Herrn Gemahl.

Ein kleiner Beipacktext für Schlafmittelpolitik war am 4. 1. 2019 in einem Artikel von Frank Mostar, dpa zu lesen: „Bundesweit haben Kindertagesstätten das gleiche große Problem: Es fehlt Personal. „Die Lage ist dramatisch schlecht“, sagt Hauptvorstandsmitglied Björn Köhler von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). „Eigentlich bräuchten wir 100.000 Leute sofort, um vernünftig zu arbeiten.“ Das Bundesfamilienministerium hat die Not erkannt und ein Förderprogramm angekündigt: Ministerin Franziska Giffey (SPD) will die Länder von Sommer 2019 an bis 2022 mit rund 300 Millionen Euro unterstützen, um mehr Kita-Fachkräfte zu gewinnen.“ Und ich frage mich, was haben die bisher getan im Ministerium? Sind die lieben Kleinen ganz plötzlich zu hunderttausenden aus dem Himmel gefallen? Kann man nicht rechnen? Will man nicht rechnen? Lesen die Damen und Herren in den Ministerien keine Zeitungen? Da stand das schon öfter drinnen. Oder werde ich in zwei Jahren denselben Artikel wieder lesen? Das Interessante ist, das sich schon deshalb nichts ändert, weil die Menschen ja ungern zugeben möchten, dass sie sich geirrt haben, dass sie auf der falschen Seite gestanden haben. Noch immer gibt es Anhänger von Thatcher. Oder von Bush. Oder von Berlusconi. Oder (was besonders schlimm ist) von Hitler, Mussolini, Stalin und so weiter… Der neue Präsident aus Brasilien ist ein großer Vertreter der Militärdiktatur. In seinem Umgang mit den Indogenen wird er sicher auch ein Bewunderer von Hitler sein. Und er hat Anhänger. Viele. Er wurde gewählt. Es wiederholt sich alles immer, weil man eben gerne auf einer Seite sein will. Wenn möglich auf der Seite der Gewinner. Und bis rauskommt, welche Seite die richtige war, welche Seite die Gewinnerseite war, ist man oft schon (geistig) abgetreten, oder kann sich nicht mehr an die besseren Zeiten erinnern, oder man wechselt dann einfach die Seiten, dann ist man auch wieder auf der richtigen Seite. Ein besonders originelles Beispiel für den Seitenwechsel ist Stuttgart 21.

Stuttgart 21 hatte die Gesellschaft gespalten. Ein Ministerpräsident musste ebenso seinen Hut nehmen wie seine Partei, es kam zum Regierungswechsel und zum ersten Ministerpräsidenten des Bündnis 90 / die Grünen in Deutschland. Baden-Württemberg wird seither grün regiert, zum Bahnhofsprojekt gab es eine Volksabstimmung, die Mehrheit sprach sich für den Bau aus, vor allem, weil eine Mehrheit weit weg des Bahnhofsprojekts andere Schwerpunkte setzte als in der Region Stuttgart. Die Grünen, die an die Macht gekommen waren, weil sie das Projekt bekämpft haben, mussten es bauen. In vielen Sitzungen und einer Schlichtung wurden die Vorzüge diskutiert, viele Bahn-Experten erklärten, warum das Projekt wichtig und wirtschaftlich ist, alles Berechnungen der Gegner wurden vom Tisch gewischt – und stellen sich mittlerweile als richtig heraus. Die Bahn prüft seit kurzem eine Alternative zum ursprünglichen Vorhaben und erklärt, dass verschiedene Probleme bei Bauentscheid nicht absehbar waren. Sie meint damit die Probleme (schwierige Bodenverhältnisse zum Beispiel) die während der Schlichtung öffentlich diskutiert und vom Tisch gewischt wurden. Wie geht so etwas? Ganz einfach: erstens waren mal wieder alle gegen Linke, Kriminelle und Idioten. (Ein unübersehbarer Großteil der Anti-Stuttgart 21 – Bewegung waren Bürgerliche, aber egal). Zweitens sind die leitenden Personen nicht mehr im Amt. Drittens gehen die Machthaber wie gesagt immer davon aus, dass das Volks vergisst, keine Zeit hat sich zu informieren  oder im Idealfall bereits unter der Erde ist, wenn die ganze Wahrheit ans Licht kommt. Wahrscheinlich sind sie auch wirklich so von sich und ihrer Unfehlbarkeit überzeugt, dass sie schon wegen ihrer charakterlichen Struktur keinen Widerspruch akzeptieren können. Und außerdem hat der Konflikt den Vorteil, dass man eben immer Gleichgesinnte hat. Und diese Gleichgesinnten helfen dem Machthaber. Und der Mehrwert der ersten Jahre heiligt die Mittel. So einen Mehrwert hatte sich auch Herr Seehofer ausgerechnet, mit seiner Hetz-Politik. Für ihn ist es schief gegangen, die deutsche Gesellschaft hat sich zwar ebenso unrühmlich verhalten wie die Medien, aber ihm hat es nichts gebracht. Und jetzt, da die Sache schief gegangen ist rudern viele zurück. Ebenso wie bei Stuttgart 21. Und über allem schweigt mit Kräutertee und Fernbedienung, die deutsche Bundesregierung. Im nächsten Blog schreibe ich über das sichere Herkunftsland Afghanistan.

Frohes Neues Jahr

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